New York muss man nicht mögen. Aber man kann es kaum vermeiden, fasziniert zu sein. Diese Stadt ist laut, teuer, manchmal chaotisch und zu jeder Stunde des Tages und der Nacht lebendig. Das macht sie zur einzigartigen Destination für alle, die mehr wollen als Sehenswürdigkeiten abhaken.
Tag eins beginnt im West Village. Frühstück bei Buvette, dann zu Fuß durch SoHo und über die Brooklyn Bridge. Die Bridge ist kein Klischee, sondern echter Genuss, besonders morgens vor acht, wenn die Pendler auf der anderen Seite bleiben und der Blick auf Manhattan für sich allein reicht.
Das Metropolitan Museum of Art ist für zwei Stunden angelegt und frisst den ganzen Tag. Wer smart plant, geht direkt in die Abteilungen, die ihn interessieren: Antike Rüstungen, impressionistische Gemälde, ägyptische Kunst. Danach: Central Park, zu Fuß, ohne Karte.
Abends gehört Manhattan zur besten Version seiner selbst. Das Essen in der Stadt ist auf Weltklasseniveau, ohne dass man dafür in teure Restaurants muss. Die Pizza bei Joe's in Greenwich Village kostet rund vier Dollar und ist besser als in vielen Restaurants, die das Dreifache verlangen.
Wer noch keine 72 Stunden in New York verbracht hat: Es ist höchste Zeit. Und wer die Stadt schon kennt, findet beim zweiten Besuch eine andere Stadt als beim ersten.
Top 3 Empfehlungen
Hotels
The Carlyle, A Rosewood Hotel
35 East 76th Street, New York, NY 10021
Upper East Side-Klassiker, Bemelmans Bar, Jazz am Abend, diskreter Luxus.
The Greenwich Hotel
377 Greenwich Street, New York, NY 10013
Tribeca-Boutiquehotel im Besitz von Robert De Niro, japanisches Spa im Keller.
1 Hotel Central Park
1414 6th Avenue, New York, NY 10019
Nachhaltiges Luxushotel mit Naturmaterialien, eine Minute vom Central Park entfernt.
Restaurants
Le Bernardin
155 West 51st Street, New York, NY 10019
Drei Michelin-Sterne, beste Meeresfrüchte der Stadt unter Chef Eric Ripert.
Joe's Pizza
7 Carmine Street, New York, NY 10014
Die beste Slice-Pizza Manhattans seit 1975. Keine Reservierung, keine Diskussion.
Buvette
42 Grove Street, New York, NY 10014
Französisches Bistro im West Village, perfekte Croissants und ein hervorragender Espresso.
Money, Metro und die klassischen Fehler
New York ist einfacher als sein Ruf, wenn man drei Dinge kennt. Erstens: Die Metro ist das Verkehrsmittel, ein Wochen-Ticket oder die Zahlung per Kreditkarte am Drehkreuz funktioniert. Die Züge fahren rund um die Uhr, die Linien buchstabieren sich über Zahlen und Buchstaben. Lokal und Express unterscheiden Halte, wer das verwechselt, fährt an der Haltestelle vorbei.
Zweitens: Trinkgeld ist Pflicht. In Restaurants gelten 18 bis 20 Prozent als Standard, Bartender bekommen mindestens einen Dollar pro Getränk. Wer das nicht kennt, fällt unangenehm auf.
Drittens: Die Stadt belohnt feste Schuhe und Pläne. Die Blocks sind lang, die Distrikte eignen sich für Tagestouren: Greenwich Village und SoHo an einem Tag, Brooklyn Bridge und Dumbo am nächsten, die Museen an der Fifth Avenue an einem dritten. Wer von unten nach oben pendelt, verliert zwei Stunden am Tag.
Fazit
New York bleibt die Stadt, die man am besten zu Fuß erlebt. Wer die Metro nutzt, Trinkgeld kennt und die Distrikte bündelt, bekommt am Ende mehr, als 72 Stunden versprechen.
Museen ohne Schlange und der Regenplan
Die Met, das MoMA und das Natural History Museum verkaufen Tickets mit Zeitfenstern online. Wer sie am Morgen vorab bucht, geht am Schalter vorbei und spart bis zu einer Stunde Wartezeit. Die Freiheitsstatue braucht eine Fähre mit Reservierung, der Sockel und die Krone eigene Tickets, die Wochen im Voraus ausverkauft sind. Wer die Skyline mit der Statue im Vordergrund fotografieren will, nimmt die kostenlose Staten Island Ferry und hat das gleiche Motiv für den Preis einer Überfahrt.
Für Regentage: Das MoMA ist mittwochs am leersten, die Frick Collection am Nachmittag ruhig, und die Gassen der Chinatown funktionieren auch bei Nieselregen, weil die Läden drinnen liegen. Wer einen nassen Tag in Brooklyn verbringt, verbindet das Brooklyn Museum mit dem Botanischen Garten daneben, und beide sind in einer Nachmittags-Paarung machbar.
Tipps für den letzten Tag
Der letzte Tag in New York gehört dem Viertel, in dem man wohnt. Wer in Manhattan logiert, geht früh zum Deli um die Ecke, kauft den Kaffee im Becher und läuft eine Runde durch die Nachbarschaft, bevor der Koffer packt. Die Erinnerung an die Stadt sind nicht die Aussichtsplattformen, sondern die Ecken, an denen man zwei Male Kaffee getrunken hat.
Gratis-Aussicht und Tages-Taktik
Die Staten Island Ferry pendelt rund um die Uhr über die Bucht und kostet nichts, die Fahrt bietet die beste kostenlose Skyline-Perspektive inklusive Freiheitsstatue. Die Roosevelt Island Seilbahn hängt neben der Queensboro-Brücke und zahlt mit derselben Karte wie die U-Bahn. Wer die Highline geht, startet am südlichen Ende, denn der Weg ist eine Einbahnstraße der Spaziergänger. Für Museen gilt die Woche: Die meisten schließen montags, und die Vormittagen unter der Woche sind leerer als die Wochenenden. Bezahlt wird inzwischen kontaktlos am Drehkreuz, mit Karte oder Handy. Für den Abend gilt, dass die Züge nach Norden zur Rushhour voller werden, der Abschied vom Hudson endet also besser mit dem Sonnenuntergang am Wasser.