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Inselparadies · Griechenland

Santorini: Höhlensuiten mit dem berühmtesten Sonnenuntergang der Welt

🗓 31. Juli 2026
⏱ 11 Min. Lesezeit
✍ Von Tino Schreder
📂 Destinationen

Santorini ist eine der wenigen Destinationen, bei denen das Bild, das man vor der Reise im Kopf hat, tatsächlich der Realität entspricht: weiße Kubushäuser, blaue Kuppeln, ein Vulkankrater, der sich vor über 3.600 Jahren selbst zerstört hat und heute eine der spektakulärsten Kulissen der Ägäis bildet.

Oia, das Dorf an der nördlichsten Spitze der Insel, ist der Ort, an dem sich abends Hunderte Menschen versammeln, um denselben Sonnenuntergang zu fotografieren. Klischee hin oder her: Wenn die Sonne hinter dem Kraterrand versinkt und die Häuser in orangefarbenes Licht taucht, versteht man sofort, warum.

Was Santorini von anderen griechischen Inseln unterscheidet, ist die Hotelarchitektur selbst. Viele der besten Häuser sind buchstäblich in die vulkanische Kraterwand hineingebaut, mit Höhlensuiten, die teils Jahrhunderte alt sind und ursprünglich als Weinkeller oder Wohnräume für Fischer dienten.

Wer die Insel wirklich erleben will, sollte auch die weniger fotografierten Orte einplanen: Pyrgos mit seinen engen mittelalterlichen Gassen, den schwarzen Strand von Perissa, und unbedingt eine Weinprobe bei einem der Kellereien, die auf der Insel den seltenen Assyrtiko-Wein aus ungepfropften, jahrhundertealten Reben keltern.

Die beste Reisezeit ist Ende Mai oder Ende September, wenn die Temperaturen angenehm sind und die Touristenmassen des Hochsommers ausbleiben. Wer im August kommt, sollte Hotelbuchungen mindestens sechs Monate im Voraus vornehmen.

Top 3 Empfehlungen

Hotels

Canaves Oia Suites
Oia, Santorini 84702
In den Kraterrand gebaute Suiten mit privaten Pools, wenige Gehminuten vom berühmten Sonnenuntergangspunkt.

Katikies Hotel
Oia, Santorini 84702
Eines der ursprünglichen Höhlenhotels der Insel seit 1946, kaskadenartig in den Fels gebaut.

Grace Hotel Santorini
Imerovigli, Santorini 84700
Ruhiger gelegen als Oia, spektakulärer Infinity-Pool mit Blick auf die Caldera und den Vulkan.

Restaurants

Ambrosia Restaurant
Oia, Santorini 84702
Direkt am Kraterrand gelegen, mediterrane Küche mit dem wohl besten Sonnenuntergangsblick der Insel.

Metaxi Mas
Exo Gonia, Santorini 84701
Traditionelle griechische Taverne abseits der Touristenpfade, von Einheimischen empfohlen.

Selene Restaurant
Fira, Santorini 84700 (Katikies Garden)
Moderne griechische Küche mit Zutaten von der Insel selbst, im Katikies Garden Hotel in Fira.

Sonnenuntergang, Boote und der Weg durch die Caldera

Der Sonnenuntergang in Oia ist das bekannteste Schauspiel der Insel, aber er hat eine Schwäche: den Andrang. Wer eine ruhige Variante sucht, geht nach Imerovigli, dem Dorf zwischen Fira und Oia auf dem höchsten Punkt der Caldera. Die Sonne geht dieselbe unter, die Zuschauer stehen in Reihen daneben.

Die Caldera-Wanderung von Fira nach Oia ist die beste Aktivität der Insel: drei bis vier Stunden über den Kraterrand, mit Blicken auf die Inseln und die weißen Dörfer. Wer nicht wandern will, nimmt das Boot: Die Tagestouren starten in den Häfen und kombinieren die heißen Quellen mit den roten Klippen. Nea Kameni, die Vulkaninsel in der Mitte, ist der Kern der Caldera.

Zum Wein: Die Rebsorte Assyrtiko wächst in Reihen, die gegen den Wind zu Körben geflochten werden. Die Kellereien zwischen Pyrgos und Megalochori servieren sie mit Blick auf die Weinberge. Santorin ist keine Insel für Liebhaber klassischer Weine, die mineralischen Tropfen gehören trotzdem zum Besuch.

Fazit

Santorini bleibt das, was die Bilder versprechen. Wer den Sonnenuntergang in Imerovigli sieht, die Caldera wandert und eine Weinkeller besucht, hat die Insel verstanden.

Wo man wohnt: Caldera oder Strandseite

Die Hotels der Insel verteilen sich auf zwei Zonen. Die Caldera-Seite mit Fira, Imerovigli und Oia hat die berühmten Höhlensuiten und die Blicke in die Kraterlandschaft; sie ist teuer und laut von Kreuzfahrtschiffen, die in der Bucht liegen. Die Strandseite mit Kamari und Perissa ist günstiger, ruhiger und hat schwarzsandige Strände mit Tavernen. Wer den Sonnenuntergang will, zahlt die Caldera; wer nur baden will, braucht sie nicht.

Anreise und Mietwagen

Santorin ist über den Flughafen bei Kamari erreichbar, die Nonstops aus Athen dauern fünfzig Minuten, und die Fähre von Piräus ist die langsamere, billigere Alternative mit dem schöneren Blick auf die Caldera bei der Einfahrt. Der Mietwagen ist auf der Insel nützlich, weil der Busverkehr zwischen den Dörfern dünn ist. Wer im August kommt, reserviert das Auto vorab, im Frühjahr genügt der Spontan-Kauf.

Zur Caldera-Wanderung noch ein Hinweis: Der Weg ist ungeteert und führt über Wege ohne Geländer. Wer mit Höhenangst reist, bleibt bei den Dorfverbindungen über die Straße.

Sonnenuntergang ohne Gedränge

Der Sonnenuntergang von Oia ist der berühmteste Europas, und die Gassen sind in der Stunde davor entsprechend voll. Das Dorf Imerovigli zwei Kilometer südlich liegt an derselben Kante und bleibt ruhiger, weil die Busse Oia ansteuern. Wer den Abstieg mit der Seilbahn plant, richtet sich nach den Kreuzfahrtschiffen, die im Hafen die Massen entladen. Für die Morgenstunden gilt die Empfehlung, die Wanderung nach Fira zu starten, bevor die Sonne die Kessel-Seite trifft, denn der Pfad entlang der Caldera verläuft ohne Schatten. Und für die Buchung: Höhlen-Suiten mit Blick nach Westen kosten mehr, die nach Osten gelegenen sind kühler und sonnenärmer, was im Hochsommer ein Vorteil ist.