In den Altstadtgassen von Marrakesch, auf Pisten im australischen Outback oder in Nebelwäldern Costa Ricas bricht die Mobilfunkabdeckung oft ab. Wer abseits ausgetretener Pfade unterwegs ist, benötigt verlässliche Offline-Karten. Detaillierte Geländekarten, Wanderwege und Orientierungspunkte speichert man deshalb am besten vor der Abreise auf dem Gerät.
Heutige Smartphones nutzen GPS zusammen mit Galileo, GLONASS und BeiDou für eine genaue Standortbestimmung im Gelände. Spezialisierte Outdoor-Apps stellen Höhenlinien, Trinkwasserstellen und Hütten übersichtlich dar. Zuvor geplante GPX-Routen lassen sich ohne Netzverbindung direkt abrufen und nachverfolgen.
Top 3 Empfehlungen
1. Organic Maps: Quelloffen, werbefrei und sparsam beim Datenverbrauch, ideal zum Wandern. (Kostenlos)
2. komoot: Vielseitige Plattform mit Sprachführung für Radtouren und Bergwanderungen. (Welt-Paket ca. 30 €)
3. Google Maps Offline: Verlässliche Navigation auf Straßen und Suche nach Adressen ohne Internet. (Kostenlos)
Karten vorbereiten, damit die Technik im Gelände nicht im Stich lässt
Der wichtigste Schritt passiert zu Hause: die Region herunterladen. In den Apps der großen Kartenanbieter genügt eine Suche nach dem Reiseziel und ein Download der umliegenden Gebiete. Wer wandert, lädt zusätzlich Höhenlinien und Wanderwege. Für Straßen in abgelegenen Regionen lohnt der Download in mehreren Zoomstufen.
Zweitens der Energieverbrauch: GPS ist der durstigste Sensor im Telefon. Im Flugmodus mit aktivem GPS hält ein Akku oft doppelt so lange. Eine Powerbank gehört ins Gepäck, ein Papierausdruck der Hauptstrecke als Backup ins Kartenfach.
Drittens die Kompasskalibrierung. In den Einstellungen vieler Apps lässt sich der magnetische Kompass gegen die Kartenrichtung justieren. In engen Gassen mit hohen Häusern versagt das Signal leicht, ein kurzer Blick auf Straßenverläufe verhindert Fehlentscheidungen.
Fazit
Offline-Navigation funktioniert zuverlässig, wenn drei Dinge stimmen: Karte vorab geladen, Strom vorhanden, Kompass kalibriert. Der Rest ist Übung. Wer im Gelände abseits der Wege unterwegs ist, notiert sich zusätzlich die Koordinaten des Startpunkts.
Bildnachweise
Titelbild: Vyacheslav Argenberg, CC BY 4.0. Alle Aufnahmen via Wikimedia Commons.
GPS ohne Empfang
Der GPS-Empfang funktioniert unabhängig vom Mobilfunk, Satelliten brauchen nur freie Sicht zum Himmel. Offline-Karten müssen deshalb vor der Abreise geladen und aktualisiert werden, denn ohne Netz lädt sich nichts nach. Wer in Bergen oder Wüsten unterwegs ist, lädt zusätzlich Höhendaten und notiert die Kartenausschnitte der Tagesetappen. Ein kleiner Kompass am Rucksackgurt ersetzt die Orientierung, wenn das Display unter Kälte oder Staub versagt. Im Flugmodus arbeitet die Navigation stromsparend, weil das Telefon nicht ständig nach Netzen sucht. Wer seinen Standort teilen will, versendet die Koordinaten per Nachricht, sobald wieder WLAN besteht, so landen sie im Tagungsort und nicht im Nirgendwo.