Kaum eine Hoteladresse ist filmisch und literarisch so vertraut wie The Plaza in New York City. Das 1907 an der Ecke Fifth Avenue und Central Park South eröffnete Gebäude im Stil der französischen Renaissance vermittelt beim Durchschreiten der goldenen Drehtüren augenblicklich das Gefühl, in eine andere Epoche einzutauchen.
Bei meinem Aufenthalt in einer Deluxe King Suite fielen vor allem die schweren Brokatstoffe, feine Stuckarbeiten und die vergoldeten Armaturen mit Wappengravur auf. Zeitgemäß erfolgt die Licht- und Temperatursteuerung diskret über ein iPad am Nachttisch. Die Zimmerpreise beginnen selten unter 900 Euro pro Nacht, in den gefragten Herbst- und Wintermonaten steigen sie oft drastisch.
Der Butler-Service für Suiten-Gäste agiert leise und verlässlich: Knitterfreie Abendgarderobe oder eine kurzfristige Tischreservierung im Theaterviertel wurden ohne Aufheben erledigt. Sehr atmosphärisch ist der klassische Afternoon Tea im 'The Palm Court' unter der restaurierten Glaskuppel von 1907. Für Erholung nach stundenlangen Fußmärschen durch Manhattan sorgt das hauseigene Guerlain Spa.
Unter den traditionellen Luxushotels bieten sich das The St. Regis mit seiner berühmten King Cole Bar (ca. 950 bis 1.300 Euro) oder das gläserne Baccarat Hotel mit modernerem Akzent (ab ca. 1.100 Euro) als Alternativen an. Wer allerdings unverfälschten Grand-Hotel-Flair sucht, wohnt im Plaza nach wie vor an der richtigen Adresse.
Der Champagne Bar, der Laden und die echten Momente
Die Champagne Bar in der Lobby gehört zu den teuersten Adressen der Stadt, und trotzdem sitzen dort mehr Einheimische als Touristen. Um die Ecke liegt der elegante Laden des Hauses, in dem die berühmten Compotes und Konfitüren verkauft werden, die sonst nur das Frühstück begleiten. Beides gehört zum Plaza wie die Fassade an der Fifth Avenue.
Die Lage ist unschlagbar: Der Central Park liegt gegenüber, die Fifth Avenue mit ihren Flagship-Stores beginnt vor der Tür, das Museum of Modern Art ist zehn Minuten entfernt. Der Concierge des Hauses reserviert Tische, die sonst schwer zu bekommen sind. Wer den Service des Plaza nutzt, spart Zeit und erhält Adressen, die man nicht in jedem Reiseführer liest.
Für wen sich das Plaza lohnt
Wer zum ersten Mal nach New York reist und einen Ort mit Geschichte sucht, liegt hier richtig. Das Haus ist museal und gleichzeitig lebendig, weil die Stammgäste die Atmosphäre halten. Trendreisende wohnen in Downtown-Hotels besser, für alle anderen bleibt das Plaza die klassische Wahl.
Fazit
Das Plaza ist eine New Yorker Institution mit Zimmern. Wer die Geschichte der Stadt erfahren will, beginnt hier.
Der Nachmittagstee in der Palm Court gehört zu den klassischen Erlebnissen des Hauses und sollte bei der Buchung reserviert werden. Wer die Geschichte der Kreationen hören will, fragt nach dem Tisch von Coco Chanel, die jahrelang hier saß.
Kino, Bücher, Champagner
Das Plaza war Drehort für Home Alone 2, in dem Kevin allein in der Suite gastiert, und es ist die Heimat der Kinderbuchfigur Eloise, die nach der Überlieferung oben im Haus lebt. Der Champagner-Ausschank neben der Lobby gehört zu den teuersten Stunden Manhattan, und der Preis kalkuliert die Live-Musik mit ein. Wer das Haus betritt, folgt dem Marmorboden bis zur Palm Court, wo das Frühstück serviert wird; der Raum gilt als einer der schönsten Hotelrestaurants der Stadt. Für den Abend lohnt der Blick in den Veranstaltungskalender, denn das Haus vermietet Säle für Bälle, und an solchen Abenden ist die Lobby außerhalb der Grenzen. Gäste mit Fensterzimmer hören den Central Park, nicht die Fifth Avenue.