Kaum eine Stadt der Welt liegt so dramatisch zwischen Ozean und Berg wie Kapstadt. Der Tafelberg, oft in eine dichte Wolkendecke gehüllt, die Einheimische als Tischtuch bezeichnen, prägt die Silhouette der Stadt und schenkt fast jedem Stadtviertel eine eindrucksvolle Kulisse.
Die Seilbahn auf den Tafelberg überwindet den Höhenunterschied in wenigen Minuten. Brechen Sie am besten früh am Morgen auf, bevor Wolken die Sicht versperren und die Warteschlangen länger werden. Von der Bergstation reicht der Blick an klaren Tagen über die gesamte Halbinsel bis zum Kap der Guten Hoffnung.
An der V&A Waterfront schlägt das touristische Herz des alten Hafens mit hervorragenden Restaurants und dem Ableger für Ausflüge nach Robben Island. Die berühmte Pinguinkolonie am Boulders Beach besuchen Sie dagegen am besten bei einem Tagesausflug Richtung Simon's Town, wo Holzstege direkt zu den Tieren führen.
Planen Sie unbedingt Zeit für das Umland ein: Die Weinregionen Stellenbosch und Franschhoek liegen eine knappe Autostunde östlich. Sie zählen zu den stimmungsvollsten Anbaugebieten der südlichen Hemisphäre und bieten eine Gastfreundschaft, die europäischen Spitzenhotels in nichts nachsteht.
Kapstadts Hotellandschaft hat in den letzten Jahren ein beeindruckendes Niveau erreicht. Von stylischen Unterkünften im umgebauten Getreidesilo bis hin zu eleganten Villen am Hang des Lion's Head findet jeder Reisende die passende Basis.
Top 3 Empfehlungen
Hotels
The Silo Hotel
Silo Square, V&A Waterfront, Kapstadt 8001
Umgebautes Getreidesilo mit spektakulären Bullaugenfenstern und einem Rooftop-Pool, der freien Blick auf Tafelberg und Atlantik bietet.
Ellerman House
180 Kloof Road, Bantry Bay, Kapstadt 8005
Exklusive Villenanlage über dem Atlantik mit eigenem Weinkeller, der mehr als 7.500 edle südafrikanische Tropfen beherbergt.
Cape Grace
West Quay Road, V&A Waterfront, Kapstadt 8001
Klassische Eleganz direkt am Hafenbecken samt hauseigener Whisky-Bar mit über 400 Sorten.
Restaurants
La Colombe
Silvermist Wine Estate, Constantia, Kapstadt 7806
Aushängeschild der südafrikanischen Gastronomie mit französisch-asiatischer Fusionsküche hoch über den Weinbergen von Constantia.
The Pot Luck Club
375 Albert Road, Woodstock, Kapstadt 7915
Kreative Sharing-Plates von Starkoch Luke Dale-Roberts im obersten Stockwerk der Old Biscuit Mill mit Panoramablick über Woodstock.
Harbour House
Quay 500, V&A Waterfront, Kapstadt 8001
Fangfrischer Fisch und Meeresfrüchte mit direktem Blick auf das Hafenbecken, verlässlich und unkompliziert.
Sicherheit, Seilbahn und die Weinregion
Kapstadt verlangt nach Grundregeln, die keine Stadt in Europa verlangt: Nachts nicht zu Fuß unterwegs sein, Wertsachen nicht sichtbar im Auto, Uber statt Straßen-taxi. Wer die Regeln beachtet, genießt eine der schönsten Städte der Welt ohne Probleme. Die meisten Reisenden kommen gut zurecht, die Vorsicht ist trotzdem Teil des Reisealltags.
Der Tafelberg ist das Pflichtprogramm, und die Seilbahn ist die einfachste Option. Tickets vorab online buchen, morgens früh kommen, das Wetter prüfen: Der Nebelteppich, den man Table Cloth nennt, kann die Sicht für Stunden ruinieren. Wer wandern will, nimmt den Platteklip-Gorge-Weg und kehrt über die Seilbahn zurück.
Die Weinregion beginnt 45 Minuten von der Stadt: Stellenbosch und Franschhoek mit ihren Kellern und Restaurants. Das Winelands-Ticket der Franschhoek Wine Tram verbindet die Höfe ohne Auto, wer selbst fährt, plant einen Fahrer ein.
Fazit
Kapstadt ist die kompletteste Stadt Südafrikas: Berg, Meer, Wein und Kultur in einem Dreieck. Wer die Grundregeln kennt, plant zwei volle Tage für Stadt und zwei für die Region.
Wo man wohnt: Waterfront oder City Bowl
Die Waterfront ist die touristischste und sicherste Zone, mit dem V&A-Komplex aus Hotels, Restaurants und Läden in Laufweite. Wer mehr Charakter will, wohnt im City Bowl oder in den Vororten am Berghang, wo die Design-Hotels stehen. Die Sicherheitslage ist in den Vierteln unterschiedlich, und die Wahl der Unterkunft entscheidet mehr über den Reisealltag als in europäischen Städten. Wer nachts essen gehen will, plant den Rückweg mit Uber ein, und wer wandernd unterwegs ist, fährt nicht mit dem Mietwagen in die Innenstadt nachts.
Was man abseits der Klassiker sieht
Die Pinguine am Boulders Beach sind der Ausflug, den niemand bereut. Die Kolonie liegt eine Autostunde südlich, und die Tiere stehen in schwimmweite hinter dem Felsvorsprung. Die Kapspitze mit dem Naturreservat dahinter ist die Verlängerung: Klippen, Straußfarmen und die Zeichen der zwei Ozeane. Wer den Tag plant, fährt früh los, besucht die Pinguine vor elf und hat die Punkte für sich.
Zu den Märkten: Der Oranjezicht Market am Samstag ist der Essen-Markt der Stadt, mit Produzenten aus der Region und der besten Auswahl an Brot und Käse. Wer Sonntag bleibt, kommt in die East City mit den Cafés in den umgebauten Lagerschuppen.
Sicherheit und Seilbahn
Die Seilbahn auf den Tafelberg stellt bei starkem Wind den Betrieb ein, deshalb gehört der Aufstieg an den frühen Vormittag, wenn die Sicht klar und die Warteschlange kurz ist. In der Stadt gilt wie in vielen Metropolen Südafrikas: Nachts nicht zu Fuß, Wertsachen unsichtbar, Fenster der Mietwagen geschlossen. Die Weingüter in Stellenbosch und Franschhoek liegen gut eine Fahrstunde entfernt, und die Verkostungen kosten Festpreise pro Person. Wer die Halbinsel rundet, plant den Tagesausflug mit dem pünktlichen Restaurantbesuch, denn die Küstenstraße Chapman's Peak schließt bei Nebel und Sturm. Für den Sommer gilt die Regel, dass der Südatlantik kalt bleibt, zwanzig Grad Wassertemperatur sind selten.