Am Place Vendôme, im Herzen des ersten Arrondissements, steht seit 1898 ein Hotel, das den Begriff Luxushotellerie im Grunde mitgeprägt hat. Coco Chanel lebte hier über 30 Jahre, Hemingway trank in der Bar Hemingway, und die Wendeltreppe im Foyer wurde zum Vorbild für unzählige andere Grandhotels. Nach einer vierjährigen Renovierung 2016 öffnete das Ritz Paris wieder, moderner in der Technik, aber unverändert in seinem Charakter.
Unsere Junior-Suite im dritten Stock war klassisch französisch eingerichtet: Boiserie-Wandvertäfelung, Louis-XVI-Möbel, ein Marmorbad mit freistehender Wanne und Blick über die Rue Cambon. Nichts an diesem Zimmer wirkt museal oder verstaubt, die Renovierung hat modernste Klimatechnik und ein diskretes Entertainment-System eingebaut, ohne das historische Erscheinungsbild zu stören.
Der Ritz Club im Untergeschoss beherbergt einen der schönsten Hotelpools Europas, mit einer Mosaikdecke, die an ein römisches Bad erinnert. Das Spa von Chanel im Haus ist eines von nur zwei Chanel-Spas weltweit und bietet Behandlungen, die man sonst nirgendwo bekommt.
Kulinarisch punktet das Haus gleich zweifach: Das Restaurant L'Espadon unter Chef-Köchin Eugénie Béziat trägt einen Michelin-Stern, während die Bar Vendôme tagsüber der ideale Ort für den berühmten Ritz-Afternoon-Tea ist. Wer abends noch Energie hat, sollte die Bar Hemingway besuchen, klein, holzvertäfelt und mit einer Cocktailliste, die Barlegende Colin Field über Jahrzehnte perfektioniert hat.
Der Service ist zurückhaltend und makellos zugleich. Das Housekeeping-Team räumt zweimal täglich, Zimmermädchen begrüßen einen mit Namen, und an der Rezeption wird niemand je das Gefühl bekommen, eine Nummer zu sein, selbst bei vollem Haus.
Wer mit dem Zug kommt, steigt am Bahnhof Havre-Caumartin oder an der Opéra aus, und der Place Vendôme liegt zwei Gehminuten entfernt: keine Stadt Paris' ist besser an die Bahn angebunden.
Fazit: Zimmerpreise beginnen bei rund 1.800 Euro pro Nacht. Das Ritz Paris ist kein Trendhotel und will es auch nicht sein. Es ist der Maßstab, an dem sich klassische europäische Luxushotellerie seit über hundert Jahren messen lassen muss.
Die Bar, der Garten und die Details
Die Hemingway Bar im Souterrain gehört zu den Rückzugsorten der Stadt. Die Karte ist lang, die Rührkünste legendär, die dunklen Ledersessel speichern Stimmung. Im Sommer sitzt der Teil des Publikums im Grand Jardin, dem Garten mit Zedern und Hecken, in dem die Kellner genauso ruhig agieren wie im Salon.
Zum Haus gehört auch die École Ritz Escoffier, in der Amateure und Profis die klassische französische Küche lernen. Wer mit dem Thema Küche reist, kann an einem Kursvormittag teilnehmen und am Abend in einem der Restaurants essen. Der Blick aus den Zimmern auf den Place Vendôme mit seinen Juwelieren und dem Sonnenlicht auf den Fassaden bleibt das Signature-Erlebnis des Hauses.
Für wen sich das Ritz lohnt
Das Ritz ist die richtige Adresse für Reisende, die Geschichte und Ruhe suchen. Wer Trenddesign und Rooftop-Bars will, wohnt im Marais besser. Wer aber den Platz betritt und die ältere Dame mit dem Hund begrüßen hört, weiß, warum dieses Haus seit über 120 Jahren funktioniert.
Fazit
Das Ritz ist kein Hotel, sondern eine Institution mit Zimmern. Wer es einmal bewusst erlebt hat, versteht die Unterscheidung zwischen Luxus und Luxus-Vermarktung.
Buchung und beste Reisezeit
Das Ritz ist ganzjährig gefragt, aber die Raten schwanken. Die Nebensaison von Mitte Juli bis August ist günstiger, weil die Pariser ihre Stadt verlassen; wer die leere Stadt mag, kommt dann. Wer die Mode-Wochen und die Feiertage um Weihnachten meidet, zahlt für dieselbe Suite deutlich weniger. Direktbuchung über die Website des Hauses schließt manchmal Upgrades ein, und eine kurze Mail mit dem Anlass der Reise führt erstaunlich oft zu einem Glas Champagner zur Begrüßung.
Kurze Geschichte, langer Atem
Das Ritz wurde 1898 an der Place Vendôme eröffnet und gehört seither zu den Adressen, die das Bild von Paris prägen. Coco Chanel lebte jahrzehntelang im Haus, ihre Suite trägt ihren Namen. Ernest Hemingway frequentierte die Bar, die heute seinen Namen trägt. Nach einer mehrjährigen Renovierung, die die historische Struktur bewahrte und die Technik hinter die Stuckdecken legte, verbindet das Haus die Kategorien alte Schule und heutiger Komfort wie wenige in der Stadt. Für den Aufenthalt gilt: Das Haus liegt an der Place Vendôme, fünf Gehminuten von der Oper, und der Tuilerien-Garten trennt das Quartier vom Louvre. Wer frühstückt, sitzt im Garten-Innenhof, den man sonst von außen nicht vermutet.